Junge Union diskutiert über Breitbandausbau

Ohne flächendeckenden Glasfaseranschluss verliert der ländliche Raum den Anschluss

Im Anschluss an die diesjährige Kreisjahreshauptversammlung am 03. März in Leutkirch veranstaltete der JU Kreisverband Ravensburg eine Podiumsdiskussion zum Breitbandausbau im Landkreis Ravensburg. Mit Bernhard Palm, dem Geschäftsführer der NetCom BW, Bürgermeister Oliver Spieß, dem Vorsitzenden des Zweckverbandes Breitbandversorgung im Landkreis Ravensburg und dem KPV-Vorsitzenden Bürgermeister Clemens Moll konnten drei interessante Referenten für die Debatte gewonnen werden. In einem kurzen Impulsreferat betonte Bernhard Palm die Notwendigkeit einer direkten Glasfaseranbindung bis in jedes Haus hinein. Nur durch FTTB (Fibre-to-the-Building) oder FTTH (Fibre-to-the-Home) könne der zukünftige Leistungsbedarf zunehmender Vernetzung im privaten Bereich gedeckt werden. Außerdem stelle Glasfaser die notwendige Grundlage für leistungsfähige 5G-Netze dar, so der Geschäftsführer der NetCom BW. In der anschließenden Diskussion, die vom Bad Waldseer CDU-Vorsitzenden Maximilian Klingele, der zugleich jüngster CDU-Gemeinderat im Landkreis ist, moderiert wurde, gingen alle drei Teilnehmer auf die Herausforderungen und die Zukunft der Breitbandversorgung in der Region ein. Bernhard Palm stellte dabei die Notwendigkeit einer kommunenübergreifenden Planung in den Vordergrund, da man diese Aufgabe nicht allein dem privatwirtschaftliche Wettbewerb überlassen könne. Als Grund hierfür nannte er den fehlenden Anreiz privater Kommunikationsanbieter aufgrund bereits abgeschriebener Kupferleitungen flächendeckend in Glasfasernetze zu investieren. Bürgermeister Clemens Moll betonte zudem, dass es sich beim Breitbandausbau eigentlich nicht um eine kommunale Pflichtaufgabe handle, dieser nichtsdestotrotz aber oftmals von der kommunalen Hand durchgeführt werde. Darin liege auch der Grund, weswegen Doppelstrukturen durch den nachgelagerten Ausbau privater Anbieter besonders ärgerlich seien. Zudem bemängelte Moll die bürokratischen Hindernisse, mit denen sich die Kommunen oftmals konfrontiert sehen. Der Vorsitzende des Zweckverbandes Breitbandausbau, Bürgermeister Oliver Spieß, bedauerte zudem den schwachen Einfluss des ländlichen Raumes. Während in den Ballungszentren kräftig, insbesondere von privaten Anbietern, investiert werde, drohe der ländliche Raum den Anschluss zu verlieren. „Aus dem heutigen Abend nehmen wir vor allem eine Botschaft mit: ohne schnelle Glasfaserversorgung bis in jede Wohnung hinein wird der ländliche Raum über kurz oder lang abgehängt werden.“, so der wiedergewählte JU-Kreisvorsitzende Matthäus Bürkle. Der stellvertretende JU Bezirks- und Kreisvorsitzende Marc Schroedter verwies ergänzend auf das Positionspapier des Kreisverbandes zur Digitalisierung, in dem die Junge Union den unverzüglichen Breitbandanschluss aller Haushalte bis spätestens 2025 fordere. „Wobei hier die Betonung auf spätestens liegt“, so Schroedter abschließend.

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