Die Junge Union in Ravensburg stellt sich gegen Versuche, Altbewährtes in blinder Wut umstürzen zu wollen. Es müssen Alternativen gefunden werden!

Die plötzlich ausgebrochene Debatte um die Zusammensetzung der Trommlergruppen ruft auch den hiesigen Stadtverband der Jungen Union (JU) auf den Plan. An Brauchtum und Gebräuchen könne und solle nur dann festgehalten werden, wenn sie sich noch immer breiter Unterstützung erfreuten; wenn sie für einen sehr großen Teil der Bevölkerung wichtig und sinnstiftend seien. „Genau das ist bei den bestehenden Ravensburger Trommlergruppen der Fall“, so Timo Baljer, stellvertretender Kreisvorsitzender der JU und Charge des Trommlerkorps 2016. „Sie sind ein großes Stück Heimat für hunderte engagierte Ravensburger.“

Entsprechend irritiert und konsterniert hätten viele Ehemalige auf den Vorstoß, gemischtgeschlechtliche Trommlergruppen einzuführen, reagiert. „Als Ehemaliger stört mich vor allem, dass dieser Vorschlag nicht zuerst intern kommuniziert wurde. Diese Überrumpelungstaktik ist befremdlich“, meint Samuel Kohler, Stadtverbandsvorsitzender der JU Ravensburg. Er bekräftigt außerdem die ablehnende Haltung der Jungen Union: „Wir haben viele Ehemalige in unseren Reihen, aber auch andere Rutenfestenthusiasten konnten mit dieser Idee nichts anfangen.“

Zugleich stehe für die JU fest, dass aktive Partizipation am Rutenfest keineswegs als ausschließliches Privileg der männlichen Schüler begreife. „Wir würden das Entstehen einer Trommlergruppe für Schülerinnen begrüßen. Letztlich würde diese Lösung nämlich nichts zerstören, sondern nur ergänzen und unser aller Rutenfest bereichern.“ Die JU rufe dazu auf, mit jener Energie, die aktuell in die radikale Veränderung der bewährten Trommlergruppen fließe, lieber eine solche Initiative zu unterstützen. „Zunächst sollte allerdings mit einer Umfrage geklärt werden, ob überhaupt hinreichendes Interesse an einem solchen Projekt besteht. Eine Trommlergruppe der Schülerinnen muss auch von diesen angestoßen werden“, gibt Jennifer Fetscher, stellvertretende Stadtverbandsvorsitzende, zu bedenken.

Eines sei jedoch klar, fasst Samuel Kohler zusammen: „Eine erzwungene Öffnung von Trommlerkorps und Landsknechten nützt niemandem und schadet allen – eine neue Trommlergruppe ist jedoch eine Chance auf echten Fortschritt!“

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